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EU AI Act: Der komplette Überblick

Alles Wichtige zur KI-Verordnung (EU) 2024/1689 — Ziele, Aufbau, Risikoklassen und Zeitplan kompakt zusammengefasst.

VO (EU) 2024/1689

Was ist der EU AI Act?

Der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) ist das weltweit erste umfassende Gesetz zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz. Das Europäische Parlament hat ihn am 13. Juni 2024 verabschiedet. Seit 1. August 2024 ist er in Kraft.

Der Kerngedanke: ein risikobasierter Ansatz. Je höher das Risiko deines KI-Systems, desto strenger die Anforderungen. So soll Innovation möglich bleiben — ohne Grundrechte zu gefährden.

Wie funktioniert der risikobasierte Ansatz?

Der EU AI Act teilt KI-Systeme in vier Risikoklassen ein:

  • Verboten (Art. 5): Komplett untersagt — z.B. Social Scoring durch Behörden oder manipulative KI-Techniken.
  • Hochrisiko (Art. 6, Annex III): KI in Bereichen wie HR, Bildung, Kreditvergabe oder Strafverfolgung. Hier gelten umfangreiche Pflichten.
  • Begrenzt (Art. 50): Transparenzpflichten — Chatbots müssen z.B. als KI gekennzeichnet sein.
  • Minimal: Keine besonderen Anforderungen. Freiwillige Verhaltenskodizes sind empfohlen.

Wen betrifft der EU AI Act?

Kurz gesagt: alle, die in der KI-Wertschöpfungskette mitmischen.

  • Provider (Anbieter): Du entwickelst ein KI-System oder lässt es entwickeln und bringst es unter deinem Namen auf den Markt.
  • Deployer (Betreiber): Du setzt ein KI-System in deinem Unternehmen ein.
  • Importeure und Händler: Du bringst KI-Systeme aus Drittstaaten in die EU.

Wichtig: Das Gesetz gilt auch für Unternehmen außerhalb der EU — solange ihre KI-Systeme hier eingesetzt werden.

Wann gilt was? Der Zeitplan

DatumMeilenstein
August 2024Inkrafttreten der Verordnung
Februar 2025Verbotene KI-Praktiken (Art. 5) werden unzulässig
August 2025Regeln für GPAI-Modelle (Art. 51-56) gelten
August 2026Alle Anforderungen für Hochrisiko-KI gelten vollständig
August 2027Erweiterte Fristen für bestimmte Hochrisiko-Systeme (Annex I)

Was heißt das konkret für dich?

Wenn du KI-Systeme entwickelst oder einsetzt, solltest du jetzt handeln:

  1. Bestandsaufnahme machen: Welche KI-Systeme setzt du ein? In welche Risikoklasse fallen sie?
  2. Rollen klären: Bist du Provider, Deployer oder beides?
  3. Compliance-Lücken identifizieren: Welche Anforderungen fehlen noch?
  4. Maßnahmen umsetzen: Technische Dokumentation, Risikomanagementsystem und Qualitätsmanagement aufbauen.

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